Über das Dōjō

Bedeutung des Namens

Der Name des Dōjō – Shinmyōkan 眞妙館 – kann übersetzt werden mit „Schule der Lauterkeit und Mysterien“ oder alternativ „Stätte der Wahrheit und Exzellenz“. Die verwendeten Schriftzeichen sind mehrdeutig und konnotieren im Japanischen sowohl ethische als auch technische und philosophische Aspekte. Darüber hinaus verfügen die Begriffe shin 眞 und myō 妙 über einen Verweischarakter, der sich auf Lehrinhalte der ausgeübten Disziplinen bezieht. Auf diese Weise erfahren die praktizierten Stilrichtungen in der Benennung des Dōjō ausdrückliche Wertschätzung.

Gegründet wurde der Shinmyōkan 2001 in der Bundesstadt Bonn. 2010 erfolgte die Anerkennung als gemeinnütziger Verein. Zu Beginn konzentrierte sich das Training auf Ryūsuikai Aikibudō, wenig später traten Onoha Ittō-ryū Kenjutsu und Tenjin Shinyō-ryū Jūjutsu hinzu. Seit 2016 gibt es für letztgenannte Disziplin auch eine Übungsgruppe in Springe bei Hannover.


Legitimation und Anbindung

Unter dem Dach des ortsübergreifenden Verbunds Onoha Ittō-ryū Keikojō Deutschland wurde der Shinmyōkan durch den verstorbenen Sasamori Takemi Sōke, 17. Oberhaupt der Stilrichtung und Leiter des Reigakudō, offiziell als Übungsstätte für Onoha Ittō-ryū Kenjutsu anerkannt. Bestätigung erfährt dies durch seinen Nachfolger in der 18. Generation, Yabuki Yūji Sōke. 2003 von Nakajima Daishirō angestoßen, wurde die Stilrichtung Onoha Ittō-ryū durch André Ōtome und David Bender in Deutschland eingeführt.

Der Shinmyōkan fungiert ferner als offizielles shibu-dōjō (Zweigstelle) für Ryūsuikai Aikibudō, anerkannt durch Gustav Udo Bender Sensei, Initiator des Ryūsuikai und Leiter der gleichnamigen Schule.

Des Weiteren wurde der Shinmyōkan durch den verstorbenen Kubota Toshihiro Shihanke, 6. Oberhaupt der Stilrichtung und Leiter des Tenyōkai, offiziell als Übungsstätte für Tenjin Shinyō-ryū Jūjutsu anerkannt. Ebenfalls als kenkyūkai (Studienkreis) des Tenyōkai International anerkannt, ist das Dōjō durch Paul Masters Shike. Die Stilrichtung Tenjin Shinyō-ryū wurde 2004 von David Bender auf direktem Wege von Japan nach Deutschland gebracht.


Veranstaltungen und Seminare

Die Mitglieder des Shinmyōkan begehen im Jahreslauf diverse Festveranstaltungen. Diese sind jahreszeitlich gebunden und wurzeln tief in der japanischen Kultur; nicht selten verfügen sie über ritualhaften Charakter. Beispielhaft genannt seien etwa das shintōistisch geprägte kagami-biraki (Spiegelentschleierung) zu Beginn eines neuen Jahres sowie das schweißtreibende natsu-keiko (Hitzetraining) im Hochsommer mit anschließendem Umtrunk.

Ergänzt werden die Veranstaltungen durch regelmäßige Lehrgänge und Seminare in Deutschland, Belgien, Italien und England.